Neue Halberg-Guss

Seit über 250 Jahren beschäftigt sich die Saarbrücker Neue Halberg-Guss mit dem Thema Eisenguss. Nun stand das Unternehmen vor der Aufgabe, sein großes Werksgelände in Saarbrücken mit einem neuen Sicherheitssystem optimal gegen unbefugte Eindringlinge zu sichern. Nicht nur die Ein- und Ausfahrten sollten per Video überwacht werden, sondern sämtliche Firmengrenzen des 85.000 Quadratmeter großen Geländes. Entschieden hat man sich für die Videoüberwachung Omnicast™ des kanadischen Herstellers Genetec.

Außengrenzen des Werksgeländes videoüberwacht

Volle Kontrolle mit Genetec-Sicherheitslösung

Die Neue Halberg-Guss GmbH ist einer der europäischen Markt- und Technologieführer bei der Entwicklung und Produktion von Zylinderköpfen für LKW und Zylinderkurbelgehäusen aus Gusseisen sowie für gegossene Kurbelwellen. Die Produktpalette reicht vom filigranen Dreizylinderblock für Personenkraftwagen bis hin zu großvolumigen V8-Aggregaten für Nutzfahrzeuge. Dazu kommen Lagertunnel aus Sphäroguss sowie Bedplates aus Aluminium. Bei einer jährlichen Erzeugung von 2,5 Tausend Tonnen Gussteilen beschäftigt das Unternehmen insgesamt 2.000 Mitarbeiter in den Werken in Saarbrücken und Leipzig und beliefert alle namhaften europäischen LKW- und PKW-Hersteller von beiden Werken aus.

Früher nur online Sicht auf die Daten

Die ursprünglich bei Halberg-Guss eingesetzte heterogene Sicherheitslösung stellte online mit diversen analogen Kameras die Bewegungen an den beiden Ein- und Ausfahrten dar. Dazu waren vier Bildschirme installiert. Allerdings wurden die Übertragungen nicht gespeichert. Wurden die Bildschirme nicht überwacht, bestand die Gefahr, dass wertvolle Informationen verloren gingen.

Firmengrenzen sollen überwacht warden

Ziel von Halberg-Guss war, mit einer neuen Sicherheitslösung komprimiert und übersichtlich die Bewegungen sowohl an den Werksgrenzen als auch an den Ein- und Ausfahrten und beim Wareneingang zu überwachen und gegebenenfalls aufzuzeichnen. Die Dietzenbacher Controlware GmbH hatte für das Unternehmen aus Saarbrücken die entsprechende technische Lösung.

Zuerst analysierte der Systemlieferant die Situation, arbeitete darauf aufbauend das Sicherheitskonzept aus und definierte Kamerastandorte sowie Kameratypen vor. Als Videoüberwachungssystem kam Omnicast sowie die Sicherheits-Plattform Security Center des kanadischen Herstellers Genetec in Frage. Letztere bietet die Möglichkeit Videoüberwachungs-, Nummernschilderkennungs- und Zutrittskontrollsystem innerhalb einer einzigen Lösung abzubilden. Dipl.-Wirtschaftsingenieur und Projektleiter IT Joachim Carius dazu: „Die Sicherheitslösung von Genetec deckt alle unsere Anforderungen ab, ist flexibel zu konfigurieren und weist ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis auf.“

So gewährleistet Omnicast, dass alle aktuellen und archivierten Daten jederzeit zur Verfügung stehen. Ein Server zeichnet je nach Einstellung alle oder nur besonders wichtige Kamerastreams auf. Die Videoanalysetechnologien bieten Halberg-Guss zudem u.a. Erkennungs- und Identifizierungsverfahren. Bei ungewöhnlichen Vorkommnissen wie zum Beispiel einem unerlaubten Zutritt bis hin zu unbekannt abgestellten Gegenständen generiert das System spezifische sowie aktionsbezogene Alarme. Auch ist es mit diversen Sicherungsfunktionen ausgestattet, um Manipulationen, Abhören und Verfälschen der Videoaufzeichnungen durch unbefugten Zugriff auf das System zu verhindern.

An das bei Halberg-Guss eingesetzte Omnicast-Standard-System sind 39 Kameras angeschlossen; bis zu insgesamt 50 Kameras können integriert werden. Sollte der Einsatz weiterer Kameras notwendig sein, ist die Lizenz problemlos an die neuen Anforderungen anpassbar. Auch ist die Lösung jederzeit um die IP-Zutrittskontrolle sowie die automatische Kennzeichenerkennung von Genetec erweiterbar. Das Security Center integriert die drei Produktlinien und vereinigt die normalen Sicherheitsabläufe, ein umfassendes Berichtswesen sowie das Alarmmanagement. Darüber hinaus ermöglicht die offene Architektur der Sicherheitslösung firmeneigene Hardware sowie Systeme von Drittanbietern anzuschließen. Somit muss sich der Anwender nur in ein System einarbeiten. Das spart Zeit und Kosten.

Lückenloser Überwachungsring

Projektleiter IT Joachim Carius erklärt: „Wir wollten möglichst lückenlos um das gesamte Werk einen Überwachungsring schließen. Dabei sollte eine Kamera die andere noch im Blickwinkel haben.“ Insgesamt sind heute bei Halberg-Guss 30 Kameras vom Typ Bosch KBP-495V28, eine Wärmebildkamera Flir SR-19, sechs analoge Kamerasysteme sowie zwei Mobotix MD10 installiert. Letztere befinden sich am Wareneingang sowie an der LKW-Waage innerhalb eines Containerbüros. Damit die im Außenbereich montierten Kameras immer funktionieren, sind diese in einem beheizbaren Wetterschutzgehäuse untergebracht. Die Wärmebildkamera wurde in einem äußerst kritischen Bereich installiert, um diesen auch nachts optimal zu überwachen.

Aufrüstung des Firmennetzwerkes

Die analogen Kamerasysteme integrierte man via Axis Videoencoder in Omnicast, ebenso wurden die zwei vorhandenen Mobotix IP Kamerasysteme in die Genetec-Lösung eingebunden. Um die 39 Kameras im Netzwerk betreiben zu können, verlegten die Saarbrückener von den neuen Kamerastandorten zu den Knotenpunkten Leitungen und schlossen diese an das vorhandene Firmennetz an. Auch rüstete Halberg-Guss das Netzwerk mit den vor Ort benötigten Bandbreiten auf.

Omnicast und das Security Center sind auf einem Server mit einer zehn Terabyte Festplatte installiert. „Auf der Partition C ist die Software installiert, während in Partition D die Videofrequenzen gespeichert und zyklisch nach 28 Tagen überschrieben werden“, erläutert Projektleiter Joachim Carius. Momentan erfolgt jedoch noch keine redundante Datenarchivierung. Allerdings ist der Ausbau eines zweiten Serverraumes in Planung. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, die Daten an unterschiedlichen Standorten redundant vorhalten zu können.

Nur noch ein Monitor zur Überwachung notwendig

Halberg-Guss möchte die Ein- und Ausfahrten sowie den Wareneingangsbereich kontrollieren und wissen, wer das Verwaltungsgebäude betritt. Daher überträgt das Unternehmen die Videosequenzen davon ins Pförtnerhaus, wofür ein Monitor ausreicht. Werden durch Grenz- oder Flächenüberschreitungen jedoch Alarme ausgelöst, überträgt das System die zusätzlichen Aufzeichnungen auf weitere Monitore. Überwacht wird das Werksgelände mittels einer Überwachungskonsole beim Werksschutz. Zugriff darauf hat auch die IT-Abteilung. Das Sicherheitssystem selbst ist komplett vom internen Netzwerk entkoppelt und läuft über ein geschütztes virtuelles Netzwerk, auf das keine Fernzugriffe möglich sind.

Laut Projektleiter Carius funktioniert die Videoüberwachung einwandfrei, das System läuft äußerst stabil, Änderungen sind daher momentan nicht notwendig. „Nachdem die Genetec-Lösung installiert war, stellten wir fest, dass Personen an einem Wochenende versuchten, unbefugt aufs Werksgelände vorzudringen. Durch den von Omnicast auslösten Alarm konnte der Werksschutz direkt einschreiten und somit den Zutritt erfolgreich verhindern“, legt der Projektleiter dar.

Stabiles Laufverhalten

Der Nutzen der Sicherheitslösung liegt für Halberg-Guss auf der Hand. Die gesamten Werksgrenzen sind zentral von einer Stelle aus zu überwachen. Alle kritischen Bereiche werden kontinuierlich visualisiert. Bei ausgelösten Alarmen stellt das System den Bildbereich der übrigen Kameras in separaten Bildschirmabschnitten dar, während die Archivierung der auftretenden Alarme im Hintergrund vonstatten geht. Aufgrund der einfachen Benutzerschnittstelle der IP-Videoüberwachung und des Security Centers ist die Lösung einfach zu administrieren, was für den Gusshersteller ein wesentliches Anschaffungskriterium war. So denkt man momentan darüber nach, die Lösung auszuweiten. Potentielle weitere Einsatzgebiete wären die Überwachung der Rohstoffanlieferungen im Bereich Schmelzbetrieb.