Zusammenfassung

Mit der KiwiVision™ Software analysieren Berliner Forscher detailliert den Verkehr in der Hauptstadt, ohne in die Persönlichkeitsrechte von Verkehrsteilnehmern einzugreifen.

Das Unternehmen

Rund um den Berliner Ernst-Reuther-Platz wird an der Zukunft des innerstädtischen Straßenverkehrs gearbeitet. Im Rahmen von „Smart City Berlin“ und anschließenden Projekten erforscht dort ein Konsortium aus Unternehmen wie T-Systems, Cisco, TÜV Nord und dem Distributed Artificial Intelligence Labor (DAI) der Technischen Universität Berlin (TU Berlin), welche Chancen sich durch die Digitalisierung der Straßenumgebung für autonomes Fahren, Verkehrsflussmanagement und Umweltschutz ergeben. Zahlreiche Kameras und andere Sensoren wurden installiert, die Informationen zu Verkehrsteilnehmern und -dichte, Straßenzustand, Parkplatzbelegung, Ampel-Schaltung und Wetter liefern.

Die Herausforderung

Einerseits ist die präzise Erfassung und Kategorisierung aller Verkehrsteilnehmer unverzichtbare Basis für aussagekräftige Datenmodelle, andererseits stellen das deutsche Datenschutzgesetz und die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hohe Anforderungen an den Schutz der Privatsphäre, insbesondere im öffentlichen Raum. „Wir verfügen über die Daten zu allen Verkehrsteilnehmern, sodass wir den Verkehr zu jedem Zeitpunkt simulieren können“, sagt Dr.-Ing. habil Manzoor Ahmed Khan, einer der leitenden Wissenschaftler am DAI-Labor. „Das ist aber nur möglich, weil wir von Beginn an auf die Rechte der Verkehrsteilnehmer geachtet haben, deren Einwilligung wir ja nicht einholen können. Wir mussten ein tragfähiges Konzept zum Schutz der Privatsphäre vorlegen, das streng geprüft wurde. Ansonsten hätten wir keine Genehmigung erhalten.“

„Weil die Erfassung und Identifikation so zentral für unser Projekt ist, haben wir uns mehrere Technologien angesehen und Vergleichsstudien durchgeführt. KiwiVision hat alle unsere Anforderungen definitiv am besten erfüllt, deshalb haben wir uns für den Einsatz entschieden, was sich im weiteren Verlauf als richtig erwiesen hat.“

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Dr. Ing. Habil Manzoor Ahmed Khan, Director of Network & Mobility am Distributed Artificial Intelligence Labor (DAI)

Ergebnis

Mit den Kameras wird die KiwiVision Videoanalyse verwendet, die Objekte im Verkehrsfluss erkennt, kategorisiert und die gewonnenen Daten anonymisiert. Erst nach der Anonymisierung werden die Daten von einer selbstentwickelten IoT-Middleware des DAI-Labors gesammelt und an Verarbeitungssysteme weitergeleitet. In den Auswertungen und Simulationen erscheinen LKWs, PKWs, Fußgänger etc. dann als Kreise, Quadrate oder Dreiecke – mehr Informationen dürfen und wollen die Forscher nicht erhalten. Eine nachträgliche De-Anonymisierung ist unmöglich, denn Aufzeichnungen der Videostreams gibt es nicht.

Die Lösung

Präzise Verkehrsdaten

Die KiwiVision Algorithmen lassen sich nicht von verschiedenen Wetterzuständen wie Schnee oder Regen täuschen und identifizieren bewegte ebenso so zuverlässig wie wartende Objekte.

Schutz der Privatsphäre

Datenmodelle erfordern akkurate Informationen zu den Verkehrsteilnehmern, aber die Sammlung dieser Daten wird durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) eingeschränkt. Durch KiwiVision konnten diese gegenläufigen Interessen erfolgreich technisch vereint werden.

Integration in Security Center™

Die im Rahmen von Berlin genutzten Algorithmen kommen auch im KiwiVision® Privacy Protector® von Genetec zum Einsatz. Mit dieser Verpixelungs- und Maskierungslösung können Unternehmen sicherstellen, dass Mitarbeiter und Besucher im Rahmen der Videoüberwachung unkenntlich gemacht werden. Der Privacy Protector integriert sich vollständig in Security Center.

European Privacy Seal

Als einer der wenigen Lösungen hat der KiwiVision® Privacy Protector® das European Privacy Seal erhalten. Dieses Gütesiegel wird nur nach intensiver technischer und juristischer Prüfung der Kompatibilität von IT-Produkten mit europäischen Datenschutzrichtlinien vergeben.

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